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14.04.2011


Kiener gesteht Anlagebetrug vor dem Landgericht Würzburg

Am 14.04.2011, dem fünften Verhandlungstag des Strafverfahrens im Kapitalanlagebetrugsfall Kiener vor dem Landgericht Würzburg, legte der Hauptangeklagte Helmut Kiener ein Geständnis ab.

Herr Kiener räumte ein, Abrechnungen und Kontoauszüge manipuliert zu haben, um die Verluste aus seinen Fonds zu verschleiern. Laut Herrn Kiener hätten aber einige Anlagestellen ihre Kontoauszüge monatelang nicht aktualisiert. Herr Kiener wies darauf hin, dass er unter enormen psychischem Druck stand, nachdem sich seine Fonds vor einiger Zeit negativ entwickelt hatten. Deshalb habe er Unterlagen gefälscht.

Die Banken ließen nach Ansicht von Herrn Kiener nicht die erforderliche Sorgfalt walten und ermöglichten ihm so erst den Betrug. Stets wurden alle Investitionen genehmigt, so dass Herr Kiener als Fondsmanager augenscheinlich erfolgreich arbeiten konnte. Die Tatsache, dass einige Anlagestellen ihre Kontoauszüge über längere Zeit nicht aktualisiert hatten zeigt, dass sich auch die involvierten Unternehmen und Banken erhebliche Versäumnisse vorzuwerfen haben.

Am 29.03.2011, dem dritten Prozesstag hatte sich der Mitangeklagte Z. bereits zu den Vorwürfen geäußert. Das Gericht konfrontierte den Mitangeklagten mit diversen E-Mails, aus denen sich teils erhebliche Wertdifferenzen ergaben. Hierzu erklärte der Mitangeklagte Z., er habe trotz dieser Abweichungen auf die Prüfung des Auditors vertraut. Das Gericht verlas ferner Mails des Auditors, in denen dieser die Vorlage weiterer Unterlagen verlangte, u.a. der Originalkontoauszüge. Die Erstellung einer ordnungsgemäßen Bilanz sei mit den vorhandenen Unterlagen laut dessen Aussage nicht möglich. Der Mitangeklagte Z. erklärte, er habe den Auditor darauf verwiesen, diese Unterlagen bei Helmut Kiener einzuholen. Misstrauen gegenüber Helmut Kiener habe er trotz allem nicht gehegt. Auch als die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte Unstimmigkeiten feststellte und Unterlagen verlangte, habe der Mitangeklagte Z. keinen Verdacht geschöpft.

Der Prozess wird am 03.05.2011 fortgesetzt. Selbstverständlich wird PIA auch bei diesem Termin mit einem Prozessbeobachter vor Ort sein.